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GENUSS.Reise durchs Burgenland

Davon lässt sich träumen: Eine Truhe voller Gold, jedoch nicht als Münzen, sondern in Form köstlich duftender Backwaren,
Brote und Mehlspeisen. GENUSS.Reiseexpertin Irina Weingartner durfte daran schnuppern – und dabei spannende Menschen kennenlernen.

Kloiber Mühle ständig was los

TEXT: IRINA WEINGARTNER

Das erste Ziel meiner GENUSS.Reise durch das schöne Burgenland zum  Thema Mehl & Brot führt mich in die Kloiber Mühle nach Heiligenkreuz im Lafnitztal.

Bereits auf dem Parkplatz rieche ich den herzhaften Duft  von geröstetem Kukuruz (Mais), der gerade durch die Mühle im ersten Stock läuft. Gleich zur Begrüßung erfahre ich von Mühleninhaber Wolfgang Hartinger, dass der Mais für das beliebte Edelmehl erst geröstet und dann vermahlen wird, als Futtermittel für Haustiere hingegen wird er lediglich getrocknet.

Anfang August 2017 hat der aus Söchau stammende Wolfgang Hartinger die Öl- und Getreidemühle von Josef Kloiber übernommen, nachdem er zuvor die Kernölpresse in der Rudersdorfer Fritzmühle geleitet hatte.

Die Ende der 1950er-Jahre erbaute Heiligenkreuzer Kloiber Mühle will er genauso weiterführen, wie sie bisher gelaufen ist. Nach der Übernahme lief der Betrieb nahtlos weiter, die alten Werkzeuge hat er behalten, die früheren Stammkunden sind ihm allesamt geblieben.

Neben dem Mais verarbeitet die Kloiber Mühle die Kürbiskerne von Bauern aus dem Burgenland, der Steiermark, Niederösterreich und Oberösterreich und presst sie zu Öl. Rund eine Stunde dauert es, um aus 60 Kilogramm Kürbiskernen rund 24 Liter vom herrlich dunkelgrünen, nussig duft enden Öl zu pressen.

Im Verkaufsraum der Mühle verkauft er selbst 100 Prozent reines Kernöl aus österreichischen Kürbiskernen, veredeltes Kürbiskernsalz, Kürbisknabberkerne, regionale Schmankerl und einen cremigen Kürbiskernlikör. Während unseres Gesprächs kommt Wolfgang Hartinger kaum zur Ruhe, denn es ist ein stetes Kommen und Gehen.

Und wer will, kann sogar bei der Kürbiskernölherstellung zusehen. Die einen liefern ihre Kürbiskerne an, die anderen holen sich Mehl, das er zum Verkauf an Klein- und Großabnehmer von der Sagmeistermühle in Oberwart bezieht.

Der vertraute Ab-Hof-Einkauf sowie der direkte Kontakt zum Produzenten sind für die Kunden entscheidend – für einen kurzen Plausch nimmt sich Herr Hartinger daher immer Zeit.